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Joseph Haydn hat der Nachwelt ein
grandioses Opus hinterlassen. In seinem Schaffen produzierte er im Laufe
seines Lebens über 1000 Werke.
Haydn begann um
1747/48, im Alter von 15 oder 16 Jahren, zu komponieren. Das spricht
durchaus für sein Talent, denn wie aus Berichten von Haydn selbst
hervorgeht, musste er sich den Großteil seiner musikalischen Ausbildung
selbst aneignen. Den Feinschliff für das Komponieren erhielt er von dem
italienischen Meister Porpora.
Haydns Schaffen
beinhaltet fast alle Gattungen der Vokal- und Instrumentalmusik.
Sein Lebenswerk
beginnt mit einer heute nicht mehr erhaltenen, mehrstimmigen “Salve
Regina”. Haydn schuf 14 Messen, darunter die “Missa Brevis”, die
“Nelsonmesse” (1798), die “Theresienmesse” (1799) und die “Harmoniemesse”
(1802). Weitere geistliche Werke wie zum Beispiel eine “Salve Regina in
E-Dur” und ein “Ave Regina in A-Dur” sind in den Jahren 1756 und 1763
entstanden.
Joseph Haydn verfasste auch eine Vielzahl
von Singspielen und Opern, darunter “Der krumme Teufel”, “Lo speziale” -
Der Apotheker (1768), “Le Pescatrici” - Die Fischerinnen (1769) und “Il
Mondo Della Luna” - “Die Welt auf dem Monde” u.v.a.
Um etwa 1758 bis
1761 schrieb Haydn seine ersten Sinfonien. Im Laufe seines Lebens hat er
108 Sinfonien geschrieben. Einige seiner Sinfonien erhielten Beinamen und
sind mit Anekdoten verbunden.
Die “Abschiedssinfonie Nr. 45”: Nachdem
Fürst Esterházy die Heimreise seines Hofstaates aus seinem Sommersitz
Schloss Esterháza immer wieder hinauszögerte, stellte er den Familiensinn
seiner Kapelle auf härteste Proben. Haydn lieferte ein Werk, in dem sich
am Schluss die Spieler reihum verabschiedeten. Sie packten ihre
Instrumente ein, löschten das Licht am Pult und verließen die Bühne.
Schlussendlich waren nur mehr zwei Violinen übrig geblieben. Der Fürst
hatte den Wink verstanden und schon am nächsten Tag ging es der Legende
nach zurück in die Heimat. Während seines England-Aufenthaltes
präsentierte Haydn einem staunenden und begeisterten Publikum eine
Vielzahl von Sinfonien. Und auch hier kamen so manche von diesen Werken zu
kuriosen Namen. So erzählt man sich beispielsweise, dass es das Publikum
bei der Premiere der “Sinfonie Nr. 96” nicht auf ihren Plätzen ausgehalten
habe und alles habe nach vorne gedrängt um in der Nähe des berühmten
Künstlers zu sein. Plötzlich sei im hinteren Teil des Saales ein schwerer
Kristalleuchter heruntergestürzt. Glücklicherweise wurde bei dem
sonderbaren Ereignis niemand verletzt. Dieses Wunder, “The Miracle”,
prägte nun den Namen der Sinfonie Nr. 96, obwohl heute nachgewiesen ist,
dass jenes Ereignis eigentlich bei der Aufführung der 102. Sinfonie
geschehen ist.
Ein weiteres
Beispiel für eine schicksalshafte Namensgebung wäre das der “Sinfonie Nr.
94 in G-Dur”, die heute den Beinamen “Paukenschlag” oder “Surprise” trägt.
Nach dem ersten schwungvollen Satz folgt ein zartes Andante.
Weitere von Haydn erschaffene Sinfonien
sind zum Beispiel die Sinfonie Nr. 26 - “Lamentatione”, die Sinfonie Nr.
30 - “Alleluja”, die Sinfonie Nr. 48 - “Maria Theresia”, die Sinfonie Nr.
53 - “Imperiale”, die Sinfonie Nr. 92 - “Oxford” und seine berühmten “12
Londoner Sinfonien Nr. 93 bis 104” aus den Jahren 1791 bis 1795.
Joseph Haydn, ein
äußerst vielseitiges Genie, komponierte auch mehrere Tänze und Märsche für
Orchester und mehrere Solokonzerte, die leider zum größten Teil
verschollen sind. So stammen aus seiner Feder 3 Violinkonzerte, 2
Violoncellokonzerte, mehrere Konzerte für Tasteninstrumente und sein
Trompetenkonzert. Haydn schuf zahlreiche Divertimenti für Streich- und
Blasinstrumente und auch 68 Streichquartette. Die wichtigsten hieraus sind
die “Sonnenquartette” (1772), die “Russischen Quartette” und das
“Kaiserquartett” (1797). Mit dem Kaiserquartett schuf sich Haydn seine
eigene “Kaiserhymne”.
Überdies sind 21
Streichtrios, 126 Barytontrios, 29 Klaviertrios, 47 Klaviersonaten,
einzelne Klavierstücke und Menuette Haydns Feder “entsprungen”.
Zu großer
Berühmtheit gelangte Haydn unter anderem auch auf Grund seiner Oratorien,
wie zum Beispiel der “Stabat Mater” (1767). Weitere Oratorien sind “Die
sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze” und “Die Schöpfung”. Mit
dem Opus “Die Schöpfung” setzte er sich selbst ein Denkmal. Die
Uraufführung des Oratoriums, aus dem die Engel sprechen, wurde ein
grandioser Erfolg.
1802 schuf Haydn
noch eine “Messe in B” (die Harmoniemesse), die Haydns letzte vollendete
Komposition darstellt. Im Jahre 1803 begann er mit der Arbeit an einem
“Streichquartett Op.103”. Sein letztes Werk blieb der musikalischen
Nachwelt unvollständig erhalten. |