Hallo Haydn

Bastle Dir Dein Bühnenbild der Haydn-Oper “L’isola disabitata”, die die Haydn Festspiele im Eisenstädter Haydnsaal aufgeführt haben:

 ”L’isola disabitata”

eine Oper von Joseph Haydn


Weil jede Oper einen Namen haben muss, heißt unsere Oper, die wir im Schloss Esterházy aufführen: ”L’isola disabitata”.

Ganz schön schwierig auszusprechen oder? Naja ist ja auch italienisch und bedeutet ”Die unbewohnte Insel”. Zu meiner Zeit um 1779 war es eben cooler Opern in italienischer Sprache aufzuführen. Ganz so unbewohnt ist diese geheimnisvolle Insel ja nicht, aber davon später. Am besten, ich fange einmal an, diese Geschichte (eine echte Liebesgeschichte), zu erzählen. 

Gernando und Costanza hatten sich vorgenommeneine Schiffsreise in die Südsee zu unternehmen. Als dasCostanzas kleine Schwester Sylvia gehört hatte, wollte sie selbstverständlich mitfahren. Alles wurde einge-packt und schon ging es los. Halt, stop retour! Sylvia hatte ihr Lieblingskuscheltier Bamby vergessen. Ohne Bamby konnte und wollte sie nicht fahren. Im Hafen hatte schon das Schiff ungeduldig gewartet, schnell an Bord und Leinen los! Die Fahrt war anfangs sehr ruhig, später kam ein gewaltiger originaler Sturm auf. Den Passagieren wurde so schlecht, dass nicht ein-ma die besten Reisetabletten der Welt geholfen hätten. Gott sei Dank retteten sich Gernando, Costanza und Sylvia auf unsere ”Unbewohnte Insel”. Nach der Hektik und der unangenehmen Schaukelei ruhten sich unsere Helden aus und schliefen ein. Plötzlich kamen Seeräuber und verschleppten den armen Gernando und verkauften ihn irgendwohin als Sklave, während Costanza und Sylvia friedlich schlummerten. 

Ihr werdet es nicht glauben, aber Costanza wartete nun schon 12 Jahre auf ihren Gernando und war sehr, sehr traurig. Sylvia hingegen fand die Insel aufregend, weil man dort tolle Abenteuer erleben konnte. Wenn es ihr doch einmal zu langweilig wurde, malte sie lustige Bilder oder baute riesige Sandburgen. Costanza war eigentlich die ganze Zeit traurig. Na klar, sie wusste auch nicht wo ihr Gernando steckte, Mobiltelefone gab es damals noch nicht, und leider kamen nicht einmal Fischer, Briefträger oder blöde Seeräuber in die Gegend, denen man etwas erzählen konnte. Niemand kam zu Besuch, einfach tote Hose. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie wütend Costanza auf Gernando war. Und überhaupt auf alle Männer dieser Welt, von Eisenstadt bis zum Mond. In ihrer Wut ritzte sie eine Botschaft in einen Stein, die folgendes besagte: ”Wenn sich doch noch irgendeiner auf diese Insel verirren sollte und den Gernando irgendwo zufällig trifft, soll er ihm ausrichten, dass sie erstens bereits vor Gram und Wut verschimmelt sei, und zweitens überhaupt die Nase voll hat von der blöden Warterei. Drittens: Und überhaupt ist es sehr heiß. Unfreundliche Grüße, Deine Ehemalige Costanza.” Naja, zu ”erstens” kam es ja Gott sei Dank nicht, obwohl sie es schon in den Stein geritzt hat. 

Eines Tages sah Sylvia, wie sich ein komisches Ding mit eigenartigen Gestalten am Horizont näherte. Was das war? Na klar, ein Schiff mit Menschen. Was glaubt ihr, wer die wohl waren? Logo! Gernando ist zurückgekommen und hat gleich seinen besten Freund Enrico mitgebracht. Die beiden suchten sofort auf der ganzen Insel nach Costanza. Gernando im Norden, Enrico im Süden. Eigentlich war es egal wer wo suchte. So groß war die Insel ja auch wieder nicht. Gernando fand niemanden. Aber Enrico fand Sylvia. Unter uns gesagt, die beiden verliebten sich sofort ineinander. Sylvia fürchtete sich anfangs vor Enrico, sie war halt schüchtern, ihr wisst ja wie das ist. Gernando las inzwischen die Inschrift, welche Costanza hineingeritzt hatte. Allerdings nur bis zum Punkt ”erstens” (”Bin bereits verschimmelt”). Das kommt davon, wenn man nicht genau liest. Er glaubte Costanza sei wirklich verschimmelt. Er zeigte die Inschrift seinem Freund Enrico, nett wie dieser war, hat er ihn sofort getröstet, und ihm aber auch gesagt, dass er in Zukunft genauer lesen soll. Außerdem ist die Inschrift noch nicht fertig. Später hat Gernando seine Costanza doch wiedergefunden, danach gab es zwar wieder einige Missverständnisse, aber schließlich klappte es doch. Ihr könnt Euch deren Wiedersehensfreude sicher vorstellen. Inzwischen hat auch Enrico die Sylvia gefragt, ob sie ihn auch mag. Sylvia beantwortete dies zaghaft (sie kannte ihn ja noch nicht so lange) mit ”ja”. Die Vier beschlossen gemeinsam die Insel zu verlassen und wieder nach Europa zurückzukehren. Ende gut alles gut.

Ihr könnt ja einmal versuchen diese Oper nachzuspielen. Eine Schere und ein bißchen Klebstoff und los geht’s.

Viel Spaß!

    Euer

Joseph Haydn

 

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